veranstaltet durch AMAP

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Alexander Huber

Alexander Huber

Die steile Welt der Berge

Alexander Huber bewegt sich in Grenzbereichen der vertikalen Welt, im elften Grad alpiner Wände wie auch an den großen Bergen der Welt. Der Extremkletterer zeichnet ein lebendiges Bild vom modernen Alpinismus, zeigt extremes Freiklettern in den Alpen wie auch in der Kälte der Arktis und Herausforderungen an wilden Bergen Pakistans. Die unglaublichen Bilder, arrangiert mit faszinierenden Filmsequenzen und steiler Musik, sind ein Erlebnis der besonderen Art.

Totgeglaubte leben länger. Als man Ende der 80er den Alpinismus zu Grabe trug, weil jeder Gipfel schon bestiegen schien, da hatte man die Rechnung ohne die neue Kreativkletterer-Generation gemacht. Denn beim Alpinismus, wie ihn die Huber-Brüder verstehen, ist der Weg das Ziel. Dieser Weg führt über Grate und schwierige Wände und soll mal extrem schnell und mal unter Extrembedingungen gemeistert werden. Klettern im elften Grad – das ist Sport mit hoher physischer und psychischer Belastung. Die schwierigsten Kletterstellen solcher Routen erfordern ein ausgeprägtes Gefühl für die richtige Bewegung am Fels und ein enormes Kraftpotenzial. Daraus, „wie“ der Kletterer diese Herausforderung meistert, ergibt sich die Spannung im Vortrag von Alexander Huber. Der Jüngere der zwei „Huberbuam“ rückt die steile Bergwelt in ein neues Licht. Er zeigt seine schönsten und auch prägendsten Momente, die aus einem Zusammenspiel von Kreativität und Disziplin, aus gemeinsamen Zielen und bewussten Alleingängen entstehen.

Alexander Huber

Der 1968 geborene staatlich geprüfte Berg- und Skiführer zog es 1998 vor, seine wissenschaftliche Laufbahn als Physiker an den Nagel zu hängen und einem unbekannten Weg in die Bergwelt zu folgen. Das Bergsteigen in jeder seiner Formen in den verschiedensten Ländern der Erde ist seine Passion. Durch Kraft und Wille konnte er sich seitdem immer wieder neue Träume erfüllen.

Durch ihre bergsteigerischen Leistungen sowie durch die zahllosen in der Fachpresse veröffentlichten Artikel mit nicht weniger als 80 Titelseiten zählen die Brüder zu den erfolgreichsten Bergsteigern unserer Zeit. Darüber hinaus treten Alexander und sein Bruder Thomas auch erfolgreich in der Öffentlichkeit auf. Neben ihren Büchern sind es vor allem die mittlerweile mehr als 2.000 Vorträge, mit denen die Brüder weltweit ihr Publikum begeistern. Doch sie begeistern auch die breite Öffentlichkeit, neben Artikeln in Spiegel, Stern, SZ und FAZ sind es zahlreiche Auftritte im Fernsehen wie Stern TV, Blickpunkt Sport, Mittagsmagazin, Kölner Treff, NDR Talkshow, Willkommen Österreich oder ZIB, in denen sie von ihren Grenzgängen erzählen. Im März 2007 erschien der mit dem Bayrischen Filmpreis und dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnete Film „Am Limit“ in den Kinos. Als Botschafter des bayerischen Sports wurden Thomas und Alexander im Juli 2008 mit dem Bayrischen Sportpreis ausgezeichnet.

„Die steile Welt der Berge“ spielt auf Grönland, im wilden Karakorum, aber auch auf der Mittelmeerinsel Sardinien und in den heimischen Alpen. Wie finden Sie auch nach so vielen Jahren immer neue Kletter-Herausforderungen?
Die Welt der Berge ist so groß, dass einem kaum dabei langweilig werden kann. Es hängt nur von der inneren Bereitschaft ab, ob man aufbricht oder nicht. Und es ist tatsächlich mit einer der spannenden Aspekte des Bergsteigens, dass es so vielfältig sein kann. Eine nur 40 Meter hohe Erstbegehung im oberen zehnten Grad an der Steilküste Sardiniens kann ohne Bohrhaken ein absoluter Grenzgang sein, nur eben in seiner Natur ganz etwas anderes als die Erstbegehung eines 1.000 Meter Felspfeiler in der arktischen Wildnis Grönlands. Wenn man die Augen offen hält und einen wachen Geist hat, dann wird man auch in Zukunft noch viele interessante Ziele für sich entdecken können.

Sie nennen die relativ kurze „Wetterbockwand“-Route am Hohen Göll Ihr „klettersportlich bedeutendstes Projekt der letzten Jahre“. Aus welchem Grund?
Es ist eine meiner schwierigsten Routen im alpinen Fels und ich musste auch dementsprechend viel Zeit und Energie hineinstecken um am Ende doch noch am Ziel anzukommen, nämlich die gesamte Route an einem Tag fehlerfrei zu durchsteigen.

Die Erstbegehung der Wetterbockwand im Alleingang war für Sie eine „Abenteuerreise mitten in unserem zivilisierten Europa“, „archaisch und wild“. Warum brauchen Sie solche Grenzerfahrungen?
Über die Zeit bleiben vor allem die intensiven Erfahrungen in der Erinnerung hängen, während Alltagserlebnisse meist schnell im Nebel der Vergangenheit verschwinden. Diese bleibenden Erinnerungen machen das Leben reich und genau deswegen gehe ich beizeiten an meine Grenzen …

Der elfte Grad war zu Ihrer Hochzeit als Sportkletterer das Maß der Dinge. Glauben Sie, dass nachfolgende Generationen noch extremere Grade erreichen können?
Der zwölfte Grad ist seit Adam Ondra mittlerweile Realität. 1994 gelang es mir mit der Erstbegehung der „Weißen Rose“, das Tor zum oberen elften Grad aufzustoßen und es ist klar, dass es weitergeht. Auch bei den von Ondra gekletterten Schwierigkeiten wird es nicht stehen bleiben …

Gibt es auf der Welt trotzdem noch ganz unbezwingbare Berge und Kletterrouten?
Oh ja, die gibt es und es ist auch gut, dass es tatsächlich das Unmögliche gibt. Denn das bedeutet, dass auch zukünftige Generationen die Chance haben, sich an das Unmögliche möglichst nah heranzutasten.

Der Vortragstitel „Die steile Welt der Berge“ ist sicher nicht zufällig gewählt. Was können die Besucher vom Vortrag erwarten?
Sucht man als Kletterer besondere Herausforderungen, dann wird es naturgemäß meist richtig steil und wenn man den Titel dazu mit einem gewissen Weitblick betrachtet, dann sieht man die Weltberge. Das Matterhorn ist – wie die Achttausender, der El Capitan oder der Cerro Torre – sicher einer der Weltberge und mit den Bildern werden genau diese besonderen Berge im besten Licht gezeigt. Nach einer Erstbegehung wie der Schweizernase im Winter den Gipfel des Matterhorns zu erreichen, gehört zum Besten, was man im Bergsteigen erleben kann.

Als Kletterer gehören Sie definitiv zur Weltspitze. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?
Als Kletterer gehöre ich aufgrund der Summe der Routen sicher zum Kreis der erfolgreichen aktiven Bergsteiger und Kletterer. Allerdings gehöre ich in meinem Alter von bald fünfzig Jahren in vielen Bereichen nicht mehr zur Weltspitze des Kletterns. An großen Wänden und Bergen kann ich aber beizeiten noch sehr gut mein Wissen und meine Erfahrung ausspielen, um die nachlassende Kraft zu kompensieren. Das Wichtigste ist aber immer noch die Freude am Tun und in dieser Hinsicht ist mein Vater für mich ein Vorbild. Der ist mit über siebzig immer noch mit einer echten Begeisterung in den Bergen unterwegs. Wenn man das Leuchten in seinen Augen sieht, dann weiß man, dass er ein glücklicher Mensch ist! Er steht eben auch heute noch im Licht der Berge. Was kann man mehr vom Leben mehr erwarten?