veranstaltet durch AMAP

AMAP

Marlies Czerny   Andreas Lattner

Von 0 auf 4000

Die Viertausender der Alpen

Eine junge Frau hebt ihren wohl ernährten Hintern vom Bürosessel und steht zehn Jahre später (und zehn Kilo leichter) auf allen 4000ern der Alpen – als erste Österreicherin. Geplant war das nicht, geglückt ist es trotzdem – und die Journalistin wird selbst zur guten Story. Auf ihrem steilen Weg lernt sie nicht nur die Alpen ausgesprochen gut kennen, sondern auch jenen Seilpartner, mit dem sie die Schlüsselstellen im Tal bewältigen möchte. Marlies Czerny und Andreas Lattner kündigen ihre sicheren Jobs, schlagen ein Leben abseits des Normalwegs ein und holen die Berge mit Text und Bild in ihr Büro.

Auf den 82 Viertausendern zwischen Piz Bernina und Barre des Ecrins erleben sie die Alpen aus packenden Perspektiven. Am 1. Jänner klettert die vertraute Seilschaft zweisam auf das Matterhorn, sie fliegt mit dem Gleitschirm von der Vincentpyramide und verbringt ausgesetzte Biwaknächte auf den schwierigsten Graten am Mont Blanc. Es sind die Sonnenaufgänge mit ihren intensiven Farben, die wild zerklüfteten Gletscher fernab von urigen Bergdörfern und die großartigen Touren in ursprünglicher Landschaft, die ihnen den Atem rauben. Wieder bei Luft, erzählen sie von Gefahren wie Gewittern, Gletscherrückgängen und ihren Begegnungen mit Hüttenwirtinnen und mit Bergsteigern, die leider nie wieder ins Tal zurückkehrten. Die besonderen Momente stecken in dieser Live-Reportage: jene des Glücks, der Angst, der Freude, der Partnerschaft, der Veränderung, des Muts und der ansteckenden Begeisterung. Dabei geht es nicht um Tempo und Schwierigkeitsgrade, sondern um die Erkenntnis, wie wenig man zum Gipfel des Glücks benötigt. Und dass man es selbst in der Hand hat, sich ein Ziel zu setzen und seinen Weg zu gehen.

Marlies Czerny Andreas Lattner

Marlies Czerny und Andi Lattner erzählen Geschichten aus den Bergen – von lieb bis wild, von den Kalkalpen (dort sind sie zuhause) bis zum Karakorum (dort wollen sie im Sommer 2018 höher hinaus), in Vorträgen und Bildgeschichten. Sie ist Journalistin. Er ist Fotograf. Gemeinsam sind sie hochzwei.media. Was gibt es Schöneres, als die gemeinsame Leidenschaft zu leben, nicht nur davon zu träumen? Jetzt haben sie beide ihren sicheren Job gekündigt, um ein gemeinsames „Ding“ zu schaffen, lieber Momente zu sammeln als Materielles. Vor eineinhalb Jahren riefen sie ihren Blog www.hochzwei.media ins virtuelle Leben. Im Frühjahr 2019 werden sie besonders vielseitig: Da erscheint ein Buch über Marlies’ Weg auf alle 4000er der Alpen. Ihr Basislager haben die zwei in Roßleithen in Oberösterreich, am liebsten sind sie mit ihrem Campingbus in entlegenen Tälern der Alpen unterwegs.

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Marlies Czerny schrieb zehn Jahren lang hauptberuflich für eine große österreichische Tageszeitung, ehe sie genug hatte von der Flut der Nachrichtenmeldungen, vor allem der Bad News. Die 31-Jährige wagte 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihre Geschichten sind immer wieder in diversen Magazinen zu lesen – in denen geht es vorwiegend um die Bergwelt und die Menschen, denen sie dort begegnet. Es war ein Zufall gewesen, dass die Wirtshaustochter überhaupt den Weg ins Gebirge gefunden hatte, sie war schon 20 Jahre alt. Weil sie so viel Urlaub abbauen musste, begann die Journalistin zwischen Großereignissen wie Ski-WM und Beachvolleyball-Grand-Slam als Ausgleich mit dem Wandern. Sie lernte die Berge lieben, dabei ging es steil bergauf. In nur sieben Jahren stand sie auf allen 82 Viertausendern der Alpen. Sie hat den Kopf voller Ideen und nimmt noch immer nicht zur Kenntnis, dass ein Tag nur 24 Stunden hat.

Andreas Lattner hat Marlies (welch Überraschung!) in den heimatlichen Bergen kennengelernt. Seit drei Jahren verbringen sie auch im Tal am liebsten ihre Zeit miteinander. Andi hat den Fels seit seiner Jugend fest im Griff und fühlt sich auch in der Luft dermaßen in seinem Element, dass er Marlies Flügel verliehen hat. Der ausgebildete Techniker hatte sich in seinem Job um Absturzsicherung gekümmert – bis er Ende 2017 ebenso seinen Job gekündigt hat. Der 33-Jährige legt den Fokus auf Fotografie und grafische Gestaltung, um den gemeinsamen Ideen ein kreatives Gesicht zu geben. Bis es beiden so richtig gefällt, verbringt er öfters Nächte vor dem Computer (oder mit der Gitarre). Wenn ihn einmal etwas aus der Ruhe bringt, dann ist es mindestens fünf nach zwölf.